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Mittwoch, 09 August 2006
Impfstoffe gegen Papillomaviren ab 2007 zugelassen
In Deutschland infizieren sich drei von vier sexuell aktiven Frauen mit Papillomaviren. Dies erhöht das Risiko für Gebärmutterhalskrebs, woran, nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation, jährlich weltweit bis zu einer halben Millionen Frauen erkranken, und weit über die Hälfte an den Folgen stirbt. Weiter umstritten bleibt, warum nicht alle mit dem Papillomavirus infizierten Frauen an Krebs erkranken. Der häufigste Grund einer Ansteckung ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr.

Nachdem im Jahr 2005 australische Wissenschaftler die Wirksamkeit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nachweisen konnten, wurde der Impfstoff bis heute bei über 30.000 Frauen erfolgreich getestet. Aufgrund der Studienergebnisse kann zukünftig von einem 100-prozentigen Schutz gegen die beiden besonders gefährlichen Papillomaviren HPV-16 und -18 ausgegangen werden. Gegen knapp ein Drittel der Gebärmutterhalskrebs verursachenden Viren gibt es jedoch weiterhin keinen Schutz.

Nachdem im Juni der Impfstoff in den USA zugelassen wurde, geschah dies nun auch in Europa durch die europäische Arzneimittelbehörde EMEA, welche bereits einen der beiden Impfstoffe zugelassen hat. Beide Impfstoffe werden bis voraussichtlich 2007 auch in Deutschland erhältlich sein.

Einen Freifahrtschein zum ungeschützten Geschlechtsverkehr stellt diese Impfung nicht dar - denn Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich aus verschiedenen Vorstufen über einen langen Zeitraum von 10 bis 40 Jahren, weshalb Langzeitergebnisse auch noch ausstehen. Der jährliche PAP-Test bleibt weiterhin die wichtigste Vorsorgemaßnahme vor Gebärmutterhalskrebs. Diese Untersuchung wird derzeit aber nur von jeder zweiten Frau in Deutschland regelmäßig wahrgenommen.

Die wichtigste Maßnahme, die Frauen selbst beeinflussen können, ist die konsequente Verwendung von Kondomen, sofern Verkehr mit (häufiger) wechselnden Partnern praktiziert wird. Wer an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war, sollte nach der Therapie regelmäßig zur Nachsorge, damit Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.
Quelle: Onmeda

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